Die Vorbohrung – VB1

Die Vorbohrung (KTB-VB1) verfolgte drei Ziele:

  • Maximierung der geowissenschaftlichen Datengewinnung durch Bohrkern-, Bohrklein- und Bohrlochmessungen
  • Entlastung der späteren Hauptbohrung im oberen Abschnitt von zeitaufwändigen und risikoreichen Kernarbeiten und Bohrlochmessungen
  • Verbesserung der Planungssicherheit für die Hauptbohrung hinsichtlich der Bohrbarkeit der Gesteine und der Bohrlochstabilität

Die Vorbohrung wurde am 22.09.1987 begonnen. Sie erreichte nach 560 Tagen Bohrzeit am 04.04.1989 eine Teufe von 4000,1 m. Die Bohrung wurde im sogenannten Seilkernbohrverfahren durchgehend gekernt. Dabei wurden 3564 m Bohrkerne von hervorragender Qualität gewonnen. Obwohl die Bohrbedingungen schwierig waren, wurde ein Kerngewinn von 98 % erreicht.

Die Vorbohrung durchteufte gefaltete hochmetamorphe Paragneise und Metabasite. Diese Gesteinsserie war steil geneigt und von mehreren, oft einige Meter mächtigen Bruchzonen durchzogen. Bei 4000 m lag die Gesteinstemperatur bei 118°C – deutlich höher als erwartet.