Die Hauptbohrung – HB1

Mit der Aufteilung der Bohrung in ein Zwei-Bohrungskonzept mit der KTB-VB als Pilotbohrung und der Hauptbohrung (KTB-HB) als ultratiefer Bohrung sollten die geowissenschaftlichen Ziele innerhalb des vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmens erreicht werden. Vor dem Bohrbeginn stand die technische Planung der Bohrstrategie. Sie stützte sich auf neun Eckpunkte:

  • Zwei-Bohrungskonzept mit Vor- und Hauptbohrung
  • Konstruktion und Bau einer “Fit for Purpose”-Bohranlage
  • Entwicklung eines Hochleistungsbohrstrangs
  • Vertikalbohrstrategie
  • Realisierung eines kostengünstigen Bohr- und Verrohrungsprogramms
  • Antrieb der Bohrwerkzeuge durch Untertagemotoren
  • Verbesserung der Kernbohrtechnik
  • Entwicklung eines Spülungssystems für die Hochtemperatur- und Hochdruckbedingungen im Bohrloch
  • Optimierung der Datengewinnung und Beprobungsmethoden

Die Bohranlage wurde nach umfangreichen Studien unter besonderer Berücksichtigung der speziellen Anforderungen der KTB-HB geplant und gebaut. Der Bohrstrang wurde, um ausreichende Reserven zu gewährleisten, auf eine maximale Teufe von 12.000 m ausgelegt. In der Materialauswahl wurden nahezu sämtliche technisch in Frage kommenden Werkstoffalternativen berücksichtigt.

Am 5. Oktober 1990 begannen die Bohrarbeiten für die Hauptbohrung. Sie erreichte am 12. Oktober 1994 ihre Endteufe von 9.101 m.