Dauerausstellung
 

Die Dauerausstellung System Erde gibt Ihnen Einblicke in die faszinierenden geowissenschaftlichen Phänomene und Zusammenhänge auf unserem Planeten. Mutter Erde ist unsere tolerante Gastgeberin. Ihre höchst dynamischen Systeme bieten die Voraussetzung für ein komfortables Dasein auf unserem gemeinsamen Heimatplaneten. Dennoch, die Bewohner aktiver Erdbeben- oder Vulkangebiete wissen aus Erfahrung, wie leicht unsere friedliche Umwelt dämonische und dem Menschen gegenüber feindliche Züge annehmen kann. Das Phämomen des Klimawandels scheint nun erstmals der gesamten Menschheit für ihre unmittelbare Zukunft eine bedrohliche Veränderung unserer bisher sicher geglaubten Umwelt zu sein. Trotzdem - weiterhin missverstehen, ja missachten wir die Zusammenhänge der dynamischen Systeme der Erde - aus Gier und viel zu oft aus Unwissenheit.

 
Ausstellung "System Erde"  

Die Dauerausstellung System Erde führt Sie an diese dynamischen Systeme heran. Sie zeigt die Zusammenhänge der verschiedenen Komponenten des Systems Erde und führt Sie an das Abenteuer ihrer Erforschung heran.

Vulkanismus, Gebirgsbildungen, Erdbeben, das Magnetfeld, die Kontinentaldrift, unser Klima, das Wasser, die Gesteine, Erdwärme, das Leben und vieles mehr sind lediglich Zahnrädchen im großen Ganzen. Ihre Verzahnungen zu erkennen und zu verstehen, ist eine zentrale Aufgabe der Geowissenschaften!

 

Pioniergeist und Abenteuerlust sind erforderlich, um unsere eigene Lebensgrundlage zu erforschen. Nichts Geringeres als die Erde selbst ist das Ziel der geowissenschaftlichen Forschung. Sie ist gleichzeitig das Forschungsobjekt und das Forschungslabor.

Dieses Labor kennt keine Reinräume oder "ideale" Bedingungen. Die Erde ist ein extrem dynamisches System mit einer unendlichen Zahl ineinander greifender Facetten: Sie produziert Wärme und gibt diese an ihre Umgebung ab. Sie stößt giftige Gase aus und bindet diese wieder im Gestein. Sie stabilisiert ein Magnetfeld und schützt damit ihre Oberfläche. Sie ermöglicht die Existenz von Leben und sie vernichtet Leben. Die Dynamik des Systems bietet den Geowissenschaftlern eine Vielzahl von Ansatzpunkten zu seiner Erforschung.

Ebenso vielfältig sind die Methoden, die für diese Forschung zur Anwendung kommen: Die Betrachtung der Gesteine und ihres Nebeneinander an der Erdoberfläche ist dabei zweifelsfrei die einfachste - und eine sehr effektive dazu. Dennoch, moderne geowissenschaftliche Forschung kommt nicht mehr aus ohne satellitengestützte globale Untersuchungen, chemische und physikalische Messungen,

 
   
 

biologische Studien, Vergleiche mit Phänomenen längst vergangener Zeiten und einer großen Menge logischer Schlussfolgerungen. Tiefbohrungen in die bis zu 70 km dicke feste Kruste der Erde sind unter allen Methoden der Geowissenschaftler die vermutlich aufwändigsten. Nur sie erlauben es aber, Messdaten und gleichzeitig auch das Gestein unmittelbar aus dem Erdinneren zu gewinnen. Sie sind damit vergleichbar mit einer medizinischen Endoskopie, bei der ebenfalls sowohl Information als auch Material gesammelt werden kann. Nur: Hier ist der Patient unser Blauer Planet.

In der Dauerausstellung System Erde werden auf anschauliche Weise Erkenntnisse dargestellt, die den modernen Stand der geowissenschaftlichen Forschung zeigen. Staunen Sie darüber und lassen Sie sich anregen, über das System Erde nachzudenken. Es geht um die Grundlage für unser eigenes tägliches Leben - und um die Zukunft unserer Kinder und Enkel.

 
 

Auf dem Bohrplatz, unmittelbar neben dem mit 83 m höchsten Landbohrturm der Erde, wurde eine große, halboffene Ausstellungs- und Veranstaltungshalle errichtet, auf deren Dach 2.000 m² Photovoltaikmodule installiert sind. Hier werden die Themen "Bohrtechnik" und "Anwendung geowissenschaftlicher Bohrverfahren" übersichtlich gezeigt.

In dieser Photovoltaikhalle ist auf einer Strecke von 70 m Länge ein Tiefbohrsystem (Bohrstrang) ausgelegt, welches den Aufbau einer Bohrung erklärt. Den Internationalen Tiefbohrprogrammen zu Forschungszwecken in die ozeanische und die kontinentale Erdkruste sind mehrere Informationstafeln gewidmet, ebenso den Verfahren der Energie- und Wassergewinnung mit Hilfe von Bohrungen. Die Gewinnung fossiler, allmählich als endlich erkannter Energieträger war zu vollkommen abhängig von der Erkundung und dem Zugang zum Erdinneren - Bohrungen waren und sind hierbei von elementarer Bedeutung. In der Zukunft sind es alternative

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Energieträger wie Erdwärme (Geothermie), deren effektive Gewinnung von fortschrittlicher Bohrtechnik abhängt. Darüber hinaus ist die Trinkwasserversorgung weltweit bereits heute nicht mehr ohne Brunnenbohrungen zu leisten. Mitte dieses Jahrhunderts werden 9 Milliarden Menschen (heute: 6 Milliarden) auf der Erde leben. Allein die Trinkwasserversorgung dieser Menschen ist eine gewaltige Aufgabe - von der Versorgung mit Energie und anderen Rohstoffen ganz zu schweigen. Das KTB-Programm hat hierfür bereits vor 20 Jahren einen extrem innovativen und vielfältigen Beitrag geleistet. Es kann deshalb durchaus als "Mutter der Internationalen Bohrprogramme" verstanden werden.
 

Verwirklicht mit der Hilfe von
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit Europäischer Fond für Regionale Entwicklung Deutsche Bundesstiftung Umwelt Bayerische
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